Muyupampa, Samstag, 4. Februar 2017, 10:45 Uhr

Und weiter geht’s.

Ich bin auf abenteuerlicher Busfahrt von Monteagudo nach Santa Cruz. Nach der verspäteten Abfahrt um 9 Uhr machen wir einen kurzen Stopp in Muyupampa. Einen ganzen Tag war ich in Monteagudo, der Pfarrei von Christof Mikolajetz. Mit ihm fahre ich am Donnerstagnachmittag die sechs Stunden im Auto von Sucre nach Monteagudo. Gottseidank war die Hälfte der Strecke im vergangenen Jahr ausgebaut worden. Der zweite Teil ist aber noch Baustelle oder alte Schotterpiste. Gut, dass es die letzte Strecke schon dunkel ist und ich die gefährlichen Abhänge neben den Straßenrändern nicht sehe.

Mit der Kleinstadt Monteagudo beginnt der Chaco, eine trockene Tiefebene, die sich bis nach Paraguay hinein erstreckt. Die Temperaturen steigen noch höher, als sie in Sucre schon waren. Am Schluss fahren wir durch tiefe Täler, die alle dicht bewaldet sind.

Seit drei Jahren ist Christof hier Pfarrer und Bischofsvikar für die Region. Mit einem Kaplan betreut er die knapp 20 Ortschaften, die zum Teil über drei Autostunden vom Pfarrhaus entfernt liegen. Manche sind auch nur mit dem Pferd oder dem Motorrad zu erreichen. Ende Februar kommt noch ein dritter Priester, der mithelfen soll.

Stadt und Pfarrei sind geprägt von jungen Leuten. Monteagudo ist Verwaltungsstadt für die Gegend. Es gibt neun Gymnasien. In einer junger Stadtrandsiedlung haben sie im vergangenen Oktober begonnen, eine neue Kirche zu bauen. Die Grundmauern stehen bereits. Der Bau wird zum größten Teil von Adveniat, dem Lateinamerikahilfswerk der deutschen Bischöfe, finanziert.

Ein paar Kilometer außerhalb Monteagudos ist ein kleines Krankenhaus. Es wurde vor 50 Jahren von dem damaligen Pfarrer Leo Schwarz gegründet (später war er Geschäftsführer von Adveniat, dann Weihbischof von Trier). Das Krankenhaus spezialisierte sich auf Lepra, was damals hier noch sehr verbreitet war. Inzwischen ist diese Krankheit weitestgehend bekämpft. Trotzdem ist man aber immer noch auf Hautkrankheiten spezialisiert. Die Klosterschwestern, die das Krankenhaus führen, bekamen gestern hohen Besuch aus Deutschland: der theologische Referent des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Trier, ein Bundestagsabgeordneter und eine Frau aus der deutschen Botschaft in La Paz. In Zukunft sollen die beiden Krankenhäuser in einer Partnerschaft sich gegenseitig bereichern und unterstützen.

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