Monteagudo, Freitag, 3. Februar 2017, 17:37 Uhr

So, inzwischen bin ich tief in Bolivien angekommen. Nach nur einem Tag in La Paz, geht’s am Dienstagmorgen gleich weiter nach Sucre, der nominellen Hauptstadt Boliviens. Das Klima ist wesentlich wärmer und angenehmer als in La Paz, da es merklich niedriger liegt. Der relativ neue Flughafen liegt weit außerhalb der Stadt. Mit einem Mikrobus – besetzt mit 16 Personen – bin in einer halben Stunde im Zentrum der Stadt.

Die erste wirkliche Kolonialstadt, in die ich auf dieser Reise komme. Die Häuser (fast) alle weiß verputzt und gestrichen, die Dächer mit roten Ziegeln abgedeckt. Das Stadtbild erinnert mich ziemlich stark an Südspanien.

Adolfo Bittschi, der Weihbischof von Sucre, stammend aus Eichstätt, erwartet mich schon. Ich treffe ihn in seinem Büro im Arzobispado an. Hier hat er mir auch ein Zimmer vorbereiten lassen. Das erzbischöfliche Ordinariat von Sucre ist in einem wunderschönen zweistöckigen Kolonialgebäude untergebracht. Die verschiedenen Räume und Büros sind um einen hellen, mit viel Blumen und einem Brunnen geschmückten Innenhof angeordnet. Die Gänge und Balkone sind mit reich verzierten Fliesen gepflastert. In dem Zimmer, das mir Doña Linda vorbereitet hat, hat auch Papst Johannes Paul II bei seinem Besuch in den 80-er Jahren schon übernachtet. Was für eine Ehre also für mich.

Adolfo hat noch einige Dinge im Büro zu erledigen. Dann gehen wir zum Mittagessen in ein schönes, vornehmes Restaurant im Kolonialstil. Die Besitzer, gute Bekannte von Adolfo, haben uns eingeladen, als er vor ein paar Tagen erwähnt hat, dass er Besuch aus seiner Heimat bekommt.

Am Nachmittag schau ich mich etwas in der Altstadt um, vom Arzobispado sind es ja nur zwei Blöcke zum Plaza del 25 de Mayo. Nach einem sehr heißen Vormittag hat es nach Mittag – während der Siesta – mal kurz und heftig geregnet. Nun ist der Platz aber schon wieder bevölkert mit Liebespärchen, Leuten, die sich ausruhen oder auf jemanden warten, Kleinwahrenhändlern, Schuhputzern und ein paar vereinzelten Touristen. Die Kathedrale ist geschlossen. Dann besuche ich halt das Casa de la Liberdad. Eine junge Führerin zeigt uns mit patriotischer Begeisterung die Erinnerungsstücke des insgesamt noch sehr jungen Boliviens, das seit einigen Jahren nicht mehr „Republica de Bolivia“, sondern – veranlasst von der Regierung Evo Morales – „Estado plurinacional de Bolivia“.

Die schönste und sehenswerteste Kirche Sucres ist aber geöffnet und so kann ich sie besichtigen, la Iglesia y el Convento de San Felipe Neri. Nachdem ich den etwas versteckten Eingang gefunden habe, öffnet sich ein besonders sehenswerter zweistöckige Kreuzgang mit barocken Bögen. Sehr schön ist vor allem auch die Aussicht auf die Stadt, die man vom Dach der Kirche hat. In Sucre hat man Gottseidank etwas auf das Stadtbild geachtet und nicht zu viele dieser scheußlichen Hochhäuser bauen lassen.

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