La Paz, Montag, 30. Januar 2017, 19:13 Uhr

Karoline und Maruja haben mich gestern Nachmittag an den Flughafen gebracht. Der Abschied war ziemlich emotional. Nun war ich ja fast zwei Wochen in der Gemeinschaft. Irgendwie gehöre ich schon dazu. Und dann hatten wir wieder einen sehr schönen Gottesdienst in Cristo vive gefeiert. Danach gab’s Mittagessen bei den Schwestern, Fisch mit Reis. Da wächst man schnell und eng zusammen.

Mein Flug ging um 20:10 Uhr von Santiago. Nach einem Stopp von fast drei Stunden in Lima, landeten wir um halb vier, Ortszeit, in La Paz. Es war eiskalt. Karoline gab mir den Kontakt von Teresa Subiata. Bei ihr, bzw. in der Einrichtung Context könnte ich den Tag und die Nacht verbringen. Um 4 in der Früh traute ich mich sie natürlich nicht mehr anrufen. Deshalb hab ich es mir in einem grossen Ledersessel in der Flughafenhalle bequem gemacht. Ich bin auch gleich eingeschlafen.

Gegen sieben nahm ich mir ein Taxi, das mich in die Stadt hinunterfuhr. Gut, dass Karoline mir ein paar Tabletten gegen die Höhenschwäche mitgab. Auf dieser Höhe von 4.100 Meter hatte ich wirklich etwas Probleme mit der Atmung. Ungefähr eine halbe Stunde ging es durch Siedlungen hindurch, ständig nach unten. Faszinierend, wie diese Stadt in den Bergfalten hängt.

Im Haus von Context hat mich Hans schon erwartet, Teresa hatte ihn informiert. Context ist eine NGO, die sich um Mädchen und Frauen von der Straße kümmern. In dem Haus gibt es auch ein paar Gästebetten. In eines bin ich hineingefallen und hab bis 10 Uhr geschlafen.

Sabina, eine Mitarbeiterin, hat mir ein Frühstück vorbereitet. Edwin, ein Mitarbeiter, hat sich zu mir gesetzt und mir was zu der Einrichtung erzählt. Dann machte ich mich auf den Weg, schließlich wollte ich diesen einzigen Tag in La Paz ja auch was von der Stadt sehen. Ich gehe ins Zentrum, zur Kirche San Francisco. Ein prächtiger Kirchenbau im typisch kolonialen Barock. Ich weiß nicht, ob ich in Europa schon so eine große und prächtige Franziskanerkirche gesehen habe.

Zum Mittagessen treffe ich mich mit Teresa und Edwin. Sie erzählten mir von der Einrichtung und wir reden über die Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens. Hans fährt mich am Nachmittag noch ein paar Stunden durch die Stadt. Sie ist nicht mit Santiago zu vergleichen. Eher mit Quito. Die Straßen sind übervoll mit Verkehr, Bussen, Straßenhändlern, Passanten. Das Straßenbild ist eindeutig viel mehr kolonial und die Menschen andin. Am Abend hat es dann schnell wieder abgekühlt, während es den Tag über ziemlich warm war.

Morgenfrüh gehts dann schon gleich weiter nach Sucre. Edwin bringt mich zum Flughafen und Weihbischof Bittschi möchte mich abholen. Bin schon gespannt, was mich da alles erwarten wird.