Donnerstag, 8. Dezember

Antiphon zum Benedictus:

Gott, der Herr, sprach zur Schlange: Feindschaft stifte ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Spross und ihrem Spross. Sie wird dir den kopf zertreten.

Liebe Leserin, lieber Leser,

gerade komme ich aus meiner Stille im Kloster Poblet zurück. Nach der Komplet, dem klösterlichen Nachtgebet, habe ich meine Tasche gepackt und hab mich auf den Weg nach Hause gemacht. Schon immer fasziniert mich in Poblet am meisten der Abschluss der Komplet. Während des ganzen Gebetes brennt kein Licht in der Kirche, weder elektrisches Licht noch Kerzenlicht. Allein vom Kreuzgang dringt ein leichter Schimmer in den Kirchenraum. Nach dem Schlussgebet entzündet ein Mönch drei schlanke Kerzen, die mitten auf dem Altar stehen, direkt unter dem großen, schwebenden Kreuz. Dann stimmen die Mönche das „Salve Regina“ an. Die Mönche von Poblet singen es nach einer ganz eigenen Melodie, wie ich sie vorher noch nie gehört habe, angeblich seit dem Jahr 1218. Ein unvergleichlicher Gesang, wie aus einer anderen Welt. Kirche und Musik, Licht und Dunkelheit, Zeit und Ewigkeit, Mensch und Gott, alles wird eins.
Ich wünsche Dir einen schönen Feiertag,
Dein Ottmar
Salve, Regina,
mater misericordiae;
vita, dulcedo et spes nostra, salve.Ad te clamamus, exsules filii Evae.
Ad te suspiramus,
gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
Eia ergo, advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos
ad nos converte.
Et Jesum, benedictum fructum ventris tui,
nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.

Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, unsre Wonne
und unsere Hoffnung, sei gegrüßt!
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas;
zu dir seufzen wir
trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, unsre Fürsprecherin,
deine barmherzigen Augen
wende uns zu
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.

Es lohnt sich, von Maria zu lernen: sie war vollkommen bereit, Christus in ihr Leben aufzunehmen.

Jorge Mario Bergoglio, Papst Franziskus (*1936)

  • Was prägt mein Leben?
  • Ist es ausgefüllt – oder vor allem voll?

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