Adventsgedanke zum Heiligabend

Samstag, 24. Dezember

Antiphon zum Benedictus:

Für Maria erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte.

Liebe Leserin, lieber Leser.

„Welch größeres Geschenk hätte Gott vor unseren Augen aufleuchten lassen können als dieses: dass er seinen eingeborenen Sohn zum Menschensohn werden ließ, damit jedes Menschen Kind ein Kind Gottes werden kann?
Wessen Verdienst ist dies? Welchen Grund gibt es dafür?
Denke darüber nach und du wirst nur eine Antwort finden: Alles ist Geschenk.“
(Augustin)
Eine frohe Feier der heiligen Weihnacht wünscht Dir
Dein Ottmar
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Krippe von St. Albertus Magnus
Deutschsprachige Katholische Gemeinde Barcelona

Adventsgedanke zum Freitag, 4. Woche

Freitag, 23. Dezember

Antiphon zum Benedictus:

Seht, nun ist alles erfüllt, was der Engel von der Jungfrau gesagt hat.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ohnmacht und Hilflosigkeit sind die Gefühle, die viele Menschen überkommt, bei den schrecklichen Bildern von Berlin, Aleppo … der letzten Tage.
Man möchte was tun, denn man muss doch was tun – aber man weiß nicht was.
Das wichtigste des Lebens kann man nicht einfach machen.
Aber man kann es sich wünschen, sich ersehnen, danach trachten.
Keine Sehnsucht ist ohne Wirkung.
Das wünscht Dir
Dein Ottmar
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Donnerstag, 8. Dezember

Antiphon zum Benedictus:

Gott, der Herr, sprach zur Schlange: Feindschaft stifte ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Spross und ihrem Spross. Sie wird dir den kopf zertreten.

Liebe Leserin, lieber Leser,

gerade komme ich aus meiner Stille im Kloster Poblet zurück. Nach der Komplet, dem klösterlichen Nachtgebet, habe ich meine Tasche gepackt und hab mich auf den Weg nach Hause gemacht. Schon immer fasziniert mich in Poblet am meisten der Abschluss der Komplet. Während des ganzen Gebetes brennt kein Licht in der Kirche, weder elektrisches Licht noch Kerzenlicht. Allein vom Kreuzgang dringt ein leichter Schimmer in den Kirchenraum. Nach dem Schlussgebet entzündet ein Mönch drei schlanke Kerzen, die mitten auf dem Altar stehen, direkt unter dem großen, schwebenden Kreuz. Dann stimmen die Mönche das „Salve Regina“ an. Die Mönche von Poblet singen es nach einer ganz eigenen Melodie, wie ich sie vorher noch nie gehört habe, angeblich seit dem Jahr 1218. Ein unvergleichlicher Gesang, wie aus einer anderen Welt. Kirche und Musik, Licht und Dunkelheit, Zeit und Ewigkeit, Mensch und Gott, alles wird eins.
Ich wünsche Dir einen schönen Feiertag,
Dein Ottmar
Salve, Regina,
mater misericordiae;
vita, dulcedo et spes nostra, salve.Ad te clamamus, exsules filii Evae.
Ad te suspiramus,
gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
Eia ergo, advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos
ad nos converte.
Et Jesum, benedictum fructum ventris tui,
nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.

Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, unsre Wonne
und unsere Hoffnung, sei gegrüßt!
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas;
zu dir seufzen wir
trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, unsre Fürsprecherin,
deine barmherzigen Augen
wende uns zu
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.

Es lohnt sich, von Maria zu lernen: sie war vollkommen bereit, Christus in ihr Leben aufzunehmen.

Jorge Mario Bergoglio, Papst Franziskus (*1936)

  • Was prägt mein Leben?
  • Ist es ausgefüllt – oder vor allem voll?

Adventsgedanke zum Mittwoch, 2. Woche

Mittwoch, 7. Dezember

Antiphon zum Benedictus:

Halte das Steuerruder des Glaubens fest, damit dich die Sturmböen dieser Welt nicht aus dem Kurs bringen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

aus dem Kloster Poblet, wo ich gerade wieder ein paar Tage verbringe, einige Impressionen.

Heute gelesen und gesehen.

Und damit einen lieben Gruß sendet Dir,

Ottmar

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„Quijote und Sancho sind zwei Seiten des Menschen, zwei verschiedene Perspektiven der Sicht der Welt. Quijote ist nur ohne Sancho ein Narr, während Sancho ohne Quijote zum dummen Tölpel wird. Weder Quijote noch Sancho sehen die ganze und wirkliche Dulcinea, und doch haben beide Recht: Sancho gewiss, was ihr Äußeres betrifft, während Quijote auch das erfahren mag, was Dulcinea vielleicht im Verborgenen ist, im Möglichen; nicht das, was sie sichtbar ist, sondern was sie auch sein könnte – und vielleicht einmal sein wird.“

„Es gibt nämlich nicht zwei oder drei Dulcineas, sondern nur eine, von verschiedenen Perspektiven aus betrachtet.“

„Die Tatsache, dass wir auf unseren menschlichen Spielplätzen der Wahrheit immer „in Bewegung“ begegnen und manchmal ihrem Plural, sollte uns nicht zu einem billigen Relativismus und zur Resignation oder Skepsis gegenüber der absoluten Wahrheit verleiten.“

„Vielmehr lehrt er (der Glaube) uns, mit Hoffnung und Ausdauer die Versuchung der Resignation, der Skepsis sowie des Triumphalismus zu überwinden und mit offenem und demütigem Herzen zuzuhören, wie die Wahrheit selbst auf uns zu kommt und zu uns spricht – wenn auch immer nur in „Spiegelbildern und Rätseln“ und vieldeutigen „Zeichen der Zeit“.“

„… wenn der Glaube den Unglauben mit etwas „besiegen“ kann, dann nur mit dem Ausmaß seiner Geduld und der Echtheit seiner Sehnsucht.“

(Tomás Halík, Geduld mit Gott. Die Geschichte von Zachäus heute)

Es gibt keine schönere Freude als das gnadenvolle Bewusstsein eines gereinigten Gewissens.

Ambrosius von Mailand (Heiliger des Tages)

  • Was belastet mich – auch wenn ich es vielleicht sehr weit geschoben habe?
  • Wer hofft, wer wartet auf eine versöhnliche Geste von mir?

Adventsgedanke zum Montag, 2. Woche

Antiphon zum Benedictus:

So spricht der Herr: Bekehrt euch, denn das Reich Gottes ist nahe. Halleluja.

Liebe Leserin, lieber Leser,

„… denn das Reich Gottes ist nahe“.
Nahe heißt, dass es schon erfahrbar, sichtbar, spürbar sein muss.
Das Reich Gottes.
Dieses andere Leben. Das neue Leben.
Ich muss mich ihm nur zuwenden.
Vielleicht auch um-wenden. Um-kehren. Bekehren.
Die nächsten drei Tage verbringe ich wieder im Kloster Poblet. Eine meiner Formen der Umkehr, der Bekehrung.
Gern nehme ich Dich auch mit.
In die Stille.
Vor IHN.
Eine gesegnete 2. Adventswoche wünscht Dir,
Dein Ottmar

Das Vertrauen vermag alles, es bewirkt Wunder.

Therese von Lisieux (auch Theresia vom Kinde Jesu und vom hl. Antlitz, eigentlich Marie Françoise Thérèse Martin, französische Karmelitin, 1873-1897)

  • Welchen Raum hat das Vertrauen in meinem leben?

  • Und wie viel Raum gibt es für Unerwartetes, Wunderbares?