Fastengedanke zum Gründonnerstag

„Die heiligen drei Tage sind in Wirklichkeit nur ein einziger Tag. Wir begehen in diesen Tagen das eine Mysterium der Erhöhung Jesu, sein Hinübergehen aus dieser Welt zum Vater.
Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern, der Tod am Kreuz, die Auferstehung am dritten Tag, darin entfaltet sich die eine unfassbare Wahrheit:
Gott hat die Menschen geliebt, und er liebt sie, auch wenn sie es nicht wissen und nicht wollen. Gott rettet die Menschen durch die Opferhingabe des ewigen, menschgewordenen Sohnes.“
 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die letzte Woche war ziemlich geprägt von dem furchtbaren Flugzeugunglück in Südfrankreich. Plötzlich wurden die Familien, Angehörige und Freunde von 150 Verunglückten in ein tiefes, existentielles Loch gestoßen. Auch Familien und Einzelpersonen aus der „deutschen Community“ hier in Barcelona sind von dem Unglück direkt oder indirekt betroffen. Auf die Frage „Warum?“ kann niemand recht eine befriedigende Antwort geben.
Mit dem Gründonnerstag beginnt die Kirche die Feier der Drei Heiligen Tage, das österliche Triduum, das Gedächtnis von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Die drei Tage gehören eigentlich untrennbar zusammen. Die Gottesdienste an den drei Tagen können liturgisch streng genommen gar nicht einzeln gefeiert werden. Die drei Feiern haben für sich allein keinen Sinn.
Gründonnerstag – Karfreitag – Ostern
Abschied/Leiden – Tod – Auferstehung
Ich bin froh, dass diese Elemente so untrennbar zusammen gehören und so gefeiert, gottesdienstlich erlebt werden.
Abschied, Leid, Tod erfahre ich immer wieder ganz konkret in meinem Leben. Manchmal etwas weiter weg. Manchmal ganz nah. Ich werde damit konfrontiert, muss mich ihm stellen. Kann mich dieser Tatsache des Lebens nie wirklich ganz entziehen.
Es ist gut, dass Abschied, Leid und Tod auch einen Platz hat in der Liturgie unserer Gottesdienste.
Auferstehung, Ostern erlebe ich in meinem Leben nicht so häufig. Wenigstens nicht so konkret und bewusst. Es fällt mir bisweilen sehr schwer, daran zu glauben.
Deshalb ist es um so tröstlicher, dass die Feier von Auferstehung und Ostern nicht allein steht, sondern so unmittelbar und untrennbar zu Gründonnerstag und Karfreitag dazu gehört.
Diese Tatsache der untrennbaren Verbundenheit der Feier von Leiden, Sterben und Auferstehung schenkt mir den Glauben, dass auch Auferstehung so realistisch und konkret in meinem Leben ist, wie Leiden und Sterben.

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