Mein Gott, mein Gott, warum…

Mein Gott,
mein Gott,
warum hast du mich verlassen!
Warum bist du fern
meinem Schreien und Klagen, meinem Aufschreien,
meiner Sprachlosigkeit!
Mein Gott!
Ich schreie! wenn es hell ist, und du hörst mich nicht,
wenn es dunkel ist, und du antwortest mir nicht.
 
Und doch bist du der Heilige, der Lebendige,
der über den Liedern Israels wohnt.
Auf dich setzten unsere Väter ihre Hoffnung.
Sie hofften auf dich und kamen davon.
Zu dir hin schrien sie und wurden befreit.
Dir trauten sie und wurden nicht beschämt.
 
Ach,
du bist es doch, der mich
aus dem Bauch meiner Mutter gezogen hat ! der mich
daheimsein ließ an der Brust der Mutter.
Vom Licht der Welt an bin ich auf deinem Boden
Vom Bauch der Mutter an
bist du mein Gott.
 
Und du, Herr!
Hilf doch!
Schreite ein!
Du,
meine Stärke,
komm jetzt!
 
(aus Psalm 22, Übertragung Arnold Stadler)
Im Angesicht des tragischen Flugzeugunglücks fehlen mir die Worte.
Das einzige, was mir einfällt sind die Worte Jesu am Kreuz, sein Schrei-Gebet, sein verzweifelter Ruf mit den Worten des Psalm 22.
Und die Erinnerung an das Große, dass Gott doch auch getan hat.