Heilige Walburga

Als „Eichstätter“ darf ich es natürlich nicht vergessen unserer Diözesanpatronin, der heiligen Walburga, an ihrem Festtag ein Gedenken zu widmen. In „MAGNIFICAT – Das Stundenbuch“ erfahren wir über sie:
Walburga (um 710-779) ist eine besonders volkstümliche Heilige. Ihre Eltern, das angelsächsische Königspaar Richard von Wessex und Wunna, ihre Brüder Willibald und Wunibald und ihr Onkel Bonifatius werden ebenfalls als Heilige verehrt. Sie soll im Kloster Wimborne erzogen worden sein. 750 folgte Walburga dem Ruf des Bonifatius als Glaubensbotin nach Deutschland. Zunächst lebte sie als Nonne im Benediktinerkloster Tauberbischofsheim. 761 übernahm sie nach dem Tode ihres Bruders Wunibald die Leitung des von ihm gegründeten Doppelklosters in Heidenheim. Ihre Glaubenskraft und mütterliche Ausstrahlung trugen viel zur Gewinnung der heidnischen Bevölkerung bei. So wurde diese klösterliche Gemeinschaft bald zu einem Mittelpunkt der christlichen Mission, einer Stätte der Bildung und der sorge für die Menschen.
Was der Artikel leider nicht erwähnt:
Ein Jahrhundert nach dem Tod der Heiligen (ca. 870/879) werden ihre Gebeine von Heidenheim nach Eichstätt überführt. Eine Legende berichtet, dass die Esel, die den Wagen mit den Gebeinen der heiligen Walburga zogen, in Eichstätt plötzlich stehenblieben und nicht mehr weiter wollten. Das deutete man als den Willen der Heiligen, dort, nur einen Steinwurf weit von ihrem Bruder Willibald, der im Dom als erster Bischof von Eichstätt bestattet war, ihre letzte Ruhestätte zu finden. Ähnliche Gründungslegenden gibt es ja an unterschiedlichen Wallfahrtsorten, zum Beispiel auch in Montserrat.
Ungefähr 20 Jahre später gab der Bischof von Eichstätt eine Reliquie von Walburga an die Benediktinerinnenabtei Mohnheim. Später entwickelte sich diese fränkische Stadt zu einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Mittelalters. Von hier aus verbreitete sich schließlich die Verehrung der heiligen Walburga über den gesamten deutschen Sprachraum und das östliche Frankreich. Auch Karl der Große soll zu ihr nach Mohnheim gepilgert sein.
Bis heute bekannt ist auch die sogenannte Walpurgisnacht. Der Gedenktag der heiligen Walburga wurde früher am 1. Mai gefeiert. Die Walpurgisnacht war also die Vigilfeier des Heiligenfestes. Und gleichzeitig war es der „Tanz in den Mai“, mit dem die Winterhexen endgültig vertrieben wurden. Goethe hat die Walpurgisnacht in seinem Faust bekannt und populär gemacht.
Und auch der Eichstätter Dichter Friedrich Dörr hat der heiligen Walburga unter anderem folgenden Hymnus gewidmet:
Die Kirche bricht in Jubel aus,
des Himmels Chöre stimmen ein,
wenn freudig wir das Fest begehn
der Jungfrau, die aus England kam.
 
Ihr Herz, noch edler als ihr Blut,
entsagt den Freuden dieser Welt
und wählt mit klarem Blick den Weg,
der sie in Gottes Nähe führt.
 
Vom Himmel fällt ein Licht auf sie
und macht ihr ganzes Wesen hell,
und Glut, vom Heil’gen Geist entfacht,
entflammt ihr Herz und ihr Gemüt.
 
Dich, Herr voll Güte, bitten wir,
gewähre, was sie uns erfleht:
Erlaß uns gnädig unsre Schuld
und wend uns deine Liebe zu.
 
Dir hat Wlburga sich geweiht,
du Welterlöser Jesus Christ:
dich, Herr und Heiland, preisen wir
mit Gott dem Vater und dem Geist. Amen.

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