… der Herr ist mit dir.

„Ohne Erbsünde empfangene Jungfrau und Gottesmutter Maria“ – ist die offizielle Bezeichnung des heutigen Festtages (und bei uns in Spanien ist es sogar noch ein großer Feiertag). Etwas kürzer und einfacher wird das Fest im Volksmund genannt: „Mariä Empfängnis“.
Nicht nur viele evangelischen Mitchristen unter uns haben so manche Schwierigkeiten mit dem theologischen Inhalt dieses Festes. Wir tun uns schwer mit Begriffen wie „Erbsünde“, „unbefleckte Empfängnis“, „Jungfrau“…
Gerade dieses Fest zeigt mir, dass sich vor allem auch die Kirche schwer tut, dass sich die gescheiten Theologen schon immer schwer getan haben auszudrücken, was sich da in der Menschwerdung Gottes eigentlich ereignet. Ja, und vielleicht lässt sich das auch gar nicht ausdrücken, wenigstens nicht in einer sachlich-wissenschaftlichen Theologensprache.
Um sich diesem größten Geheimnis Gottes nähern zu können, müssen wir uns ganz anderer Sprachen bedienen: der Sprachen der Bilder, der Poesie, der Töne, der Farben, der Geschichten. Auch Lukas hat uns keine theologische Abhandlung über die Menschwerdung Gottes geschrieben, sondern eine wunderbare Geschichte erzählt, die viel mehr sagt als tausend gescheite Traktate. Es ist die Geschichte, die in den vergangenen zwei Jahrtausenden wie keine andere Geschichte Maler, Künstler, Musiker, Schriftsteller angeregt hat, sie immer wieder neu zu interpretieren und auszudrücken.
EVANGELIUM
Lukas 1, 26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.
Ich wünsche Dir – nicht nur für den heutigen Festtag,
– aufmerksame Sinne, dass Du das Kommen Gottes und seines Engels in Deinem Alltag nicht übersiehst,
– genügend Mut, dass Du Dich den täglichen Herausforderungen des Lebens stellen traust,
– Glauben, dass Du Dich immer wieder neu der Liebe und Güte Gottes anvertrauen wagst.

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