Fastengedanke zum Dienstag der 4. Fastenwoche

Heute schrieb mir eine Freundin ein Gedicht von Reiner Kunze, einem meiner Lieblingspoeten.
Ich möchte nicht versäumen, es gleich weiterzuleiten. Noch dazu, weil wir gestern doch den Sonntag „Laetare – Freue dich“ feierten und wir uns also immer näher an Ostern hin bewegen.

Ostern

Die glocken läuteten 
als überschlugen sie sich vor freude 
über das leere grab 
Darüber, dass einmal 
etwas so tröstliches gelang, 
und dass das staunen währt 
seit zweitausend jahren. 
Doch obwohl die glocken 
so heftig gegen die mitternacht hämmerten – 
nichts an finsternis sprang ab.

Reiner Kunze

Sprang wirklich nichts an Finsternis ab?
Im Großen und Ganzen der zweitausend Jahre gesehen vielleicht nichts. Aber an der Finsternis unzähliger einzelner Menschen!?
 

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