Fastengedanke zum Freitag der 1. Fastenwoche

Im Stundengebetbuch „Magnificat“ ist als Hymnus für das heutige Morgenlob eines der schönsten Christuslieder vorgeschlagen:
 
Sonne der Gerechtigkeit,
gehe auf zu unsrer Zeit;
brich in deiner Kirche an,
daß die Welt es sehen kann.
Erbarm dich, Herr.
 
Weck die tote Christenheit
aus dem Schlaf der Sicherheit,
mache deinen Ruhm bekannt,
überall im ganzen Land.
Erbarm dich, Herr.
 
Schaue die Zertrennung an,
der kein Mensch sonst wehren kann;
sammle, großer Menschenhirt,
alles, was sich hat verirrt.
Erbarm dich, Herr.
 
Tu der Völker Türen auf,
deines Himmelreiches Lauf
hemme keine List noch Macht.
Schaffe Licht in dunkler Nacht.
Erbarm dich, Herr.
 
Schon für die ersten Gemeinden war die Sonne ein Bild für Christus, den Auferstandenen. Hat er sich doch auch selber als das „Licht der Welt“ bezeichnet. Mit jedem Sonnenaufgang preist deshalb die Kirche den auferstandenen Christus und freut sich, dass er jeden Tag neu – egal was auch passiert in der Welt – „zu unsrer Zeit“ aufgeht. Es gefällt mir, wenn gleich in der 1. Strophe des Liedes Christus gebeten wird, in unserer Kirche „anzubrechen“. Leider übersehen auch wir Christen das Licht des Auferstandenen in unserem Leben. Die Sonne scheint so selbstverständlich, dass wir uns ihrer gewaltigen Notwendigkeit gar nicht mehr bewusst sind. Deshalb muss auch die Kirche zu allererst immer ein ehrliches „Kyrie eleison – Erbarm dich, Herr“ beten oder singen.
 
„Weck die tote Christenheit / aus dem Schlaf der Sicherheit“
Der Ruf „Kehrt um!“ gilt uns allen. Zuerst uns Christen. Wir müssen immer wieder neu anfangen, unser Leben korrigieren, neue Wege gehen. Sicherheit und Bürgerlichkeit birgt die Gefahr der Selbstzufriedenheit. Damit werden wir der Botschaft Jesu nicht gerecht. Sie drängt in die Welt und will gelebt werden.
 
Christus ist der gute Hirte. Er sammelt die versprengten Schafe und birgt sie. Je moderner die Zeiten, desto großer die Heimatlosigkeit und Unsicherheit. So sehr das Evangelium uns aufwecken und hineinführen will in die Welt, so sehr führt es uns auch zusammen zu einer Gemeinschaft und gibt uns Sicherheit.
 
Wenn wir uns der „Sonne der Gerechtigkeit“ öffnen, dann werden wir Licht für die Völker sein. Und dann wird durch uns „Licht in dunkler Nacht“.

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