Fastengedanke zum Dienstag der 1. Fastenwoche

Im Evangelium des heutigen Tages lehrt uns Jesus das Vaterunser. Vor allem zur zweiten Bitte habe ich ein besonderes Verhältnis: Dein Reich komme. Es ist nämlich mein Primizspruch. Diese Bitte habe ich mir vor 22 Jahren zu meiner Priesterweihe als Motto für mein priesterliches Leben ausgesucht.
Am vergangenen Freitag hat mich bei einem Radiointerview der Moderator nach einem Lebensmotto gefragt. Da ist mir natürlich gleich mein Primizspruch eingefallen.
Im Gespräch darüber ist mir aber aufgefallen, dass dieses Wort Dein Reich komme für mich inzwischen eine weit größere Bedeutung hat. Ich verstehe es nicht nur als eine Bitte an Gott, dass sich seine Gegenwart in unserer Welt immer mehr ausbreite und immer mehr erfahrbar wird.
Ich verstehe es inzwischen auch als eine Haltung, ein grundsätzliches Prinzip den Menschen, der Welt gegenüber. Gemeinschaft, Kommunikation, Leben miteinander ist nur möglich, wenn ich mich dem anderen absolut öffne. Wenn ich mich wirklich ehrlich für den anderen interessiere, ihn verstehen will. Wenn ich „sein Reich“ bei mir ankommen lasse.
Mit dem Vaterunser lehrt uns Jesus beten. Beten heißt zunächst und vor allem, auf Gott zu schauen, ihn zu suchen, sich ihm zu öffnen. Wenn ich das tue, dann erhalte ich auch das „tägliche Brot“.
Dieses Prinzip der Kommunikation mit Gott ist übertragbar auf mein Verhältnis zu anderen. Wenn ich es schaffe mich dem anderen wirklich zu öffnen, dann erhalte ich auch das „täglich notwendige Brot“ der Begegnung und Gemeinschaft, oder anders gesagt: Liebe.

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