Fastengedanke zum Samstag nach dem Aschermittwoch

„Zwar ist es für gläubige und religiös interessierte Menschen erst einmal deprimierend, was die neue Mitgliedschaftsuntersuchung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ergeben hat: Nicht an Gott zu glauben wird in Deutschland selbstverständlich.

Areligiosität ist nicht mehr begründungspflichtig, hat nichts mit unerfüllter Gottsuche oder Zweifeln zu tun, sondern ist festes Bekenntnis, weltanschauliche Grundausstattung von mindestens einem Drittel der Bevölkerung. Tendenz steigend, Missionierung zwecklos.“

So beginnt ein Artikel in der Zeitung „Die Welt“ vom 06.03.2014.
„Areligiosität“ – das Wort existiert im Duden noch gar nicht – wird anscheinend immer mehr zur Normalität in der deutschen Gesellschaft. Ähnliches erleben wir in der spanischen, genauso in der katalanischen Gesellschaft.
Natürlich ist das zunächst einmal sehr zu bedauern, wenn ein immer größer werdender Teil einer Gesellschaft, die sich einmal fast ausnahmslos auf christliche Grundwerte gegründet hat, den Religionen jetzt keinen Wert mehr zumessen. Vor allem, weil meiner / unserer Meinung nach damit der Gesellschaft und den Menschen so viel an „Lebensnotwendigem“ verloren geht oder entgeht.
Unsere Reaktion als überzeugte Christen sollte nun aber auf keinen Fall sein, dass wir die „gottlose“ Gesellschaft verteufeln. Genauso wenig dürfen wir sie herablassend bedauern oder verachten.
Wir sollten die Realität, dass ein großer Teil unserer Zeitgenossen Gott anscheinend nicht braucht, als eine Anfrage an die eigene Praxis, an die eigene Überzeugung betrachten.
Warum glaube ich?
Was „gibt“ mir mein Glaube? Ist er für mich wirklich eine Bereicherung?
Nur die offene Auseinandersetzung mit anders Denkenden, mit gegensätzlich Denkenden schärft meine eigene Überzeugung, stärkt mich in meinem Standpunkt.
Und je überzeugter ich in meinem Standpunkt bin, desto sicherer und überzeugter kann ich auch auftreten und eintreten für meinen Standpunkt.
Fastenzeit ist die Gelegenheit, meinen Standpunkt wieder einmal zu überprüfen.